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Plastik "Shoah"
Die eine Tonne schwere Plastik "Shoah" ist ein 156 Zentimeter
hoher Würfel aus rostendem Stahl, der oben in der Mitte
eine Kerbe hat, in der eine dürre, menschliche, geschlechtslose
Figur liegt. Die labile Gestalt hat einen mit säulenartigen,
exzentrischen in die Höhe gezogenen Leib und ein angedeutetes
Gesicht.
Die Plastik hat Schang Hutter nicht als Mahnmal gemacht,
wie es ihm etliche Journalisten unterschoben haben, sondern
als seine Aussage zum Thema Shoah.
Das hebräische Wort Shoah bedeutet Abgrund, Vernichtung,
Dunkelheit, grosses Unheil, Katastrophe, Untergang; Laut
Langenscheidt bezeichnet es die Massenvernichtung der Juden
im nationalsozialistischen Herrschaftsgebiet.
Vorgeschichte der Plastik "Shoah"
Die Plastik Shoah entstand zum ersten Mal in Form einer
Urne 1973. Mit Holz konstruierte Schang Hutter den Quader
mit der darin liegenden Figur. Diese Holzumhüllung wurde
dann mit der Urne vergraben.
Dieselbe Komposition benutzte Schang Hutter später 1988
für
die Konstruktion des Holocaustdenkmals beim Bahnhof Grunewald
in Berlin, von welchem während der Nazizeiten die Berliner
Juden in die Konzentrationslager abtransportiert wurden.
Der Quader sollte 50 Tonnen schwer sein und obenauf eine
300 Meter hohe Pyramide gestellt werden, damit alle Leute
nach der Bedeutung dieses Spitzes fragen und die Antwort
erhalten, dass von dort aus die Berliner Juden in die Konzentrationslager
abtransportiert wurden. Schang Hutter beschloss diese Konstruktion
nicht abzugeben, da sie chancenlos gewesen wäre, denn die
Denkmalinteressenten sind interessiert ein Denkmal zu bauen,
um die Aufarbeitung der düsteren Vergangenheit abzuschliessen.
Dies wollte Schang Hutter nicht.
Entscheidend für die Skulptur Shoah war der Film "Shoa"
von Claude Lanzmann. Während neuneinhalb Stunden dokumentiert
dieser Film, Informationen über den Holocaust. Begleitet
wird der Film mit einem Sound, der tönt, wie wenn ein Güterzug
über Weichen fährt. Beim Erblicken der Gleise des Ausstellungsgeländes
im solothurnischen Wasseramt erinnerte sich Schang Hutter
an den Film Shoah und den Kubus. So beschloss er, die eine
Tonne schwere Shoah als Stahlmodell herzustellen.
Während der Ausstellung in Wasseramt 1996 stand die "Shoah"
ein Jahr lang auf der stillgelegten Bahnlinie. Nur einzelne
Personen nahmen sie zur Kenntnis.
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